Mobiler Servicelift
Zufällige Ausfälle der Motorsteuerungen auf ihre Kernursache zurückgeführt - rückgespeiste Energie beim Notablass - und mit einem Bremschopper-Retrofit im Feld behoben.
- Maschinenbau
- Elektronik

Challenges
Die 3. Generation des mobilen Lifts kämpfte mit Zuverlässigkeitsproblemen: In der letzten Charge fielen einzelne Motorsteuerungen scheinbar zufällig aus. Das bedeutete Stillstand bei den Betreibern sowie Support- und Garantiekosten.
Der Kunde konnte den Ausfall im eigenen Testaufbau nicht reproduzieren. Vor jeder Lösung stand also eine Fehlersuche.
Zudem wurden die bisherigen Elmo-Motorsteuerungen abbestellt (NRND).
Die Herstellkosten erlaubten keine zufriedenstellende Marge.
Unser Vorgehen
Gemeinsam mit dem Kunden befragten wir die Betreiber der Lifte. So liess sich das Problem auf die Abwärtsfahrt eingrenzen. Parallel analysierten wir die defekten Motorsteuerungen bei uns im Labor.
Ein Lift wurde mit einem Oszilloskop und weiteren Sensoren ausgestattet, danach folgten intensive Testfahrten - auch, um dem Kunden später eine Vorher-Nachher-Validierung zu ermöglichen.
Die Kernursache: Beim Abwärtsfahren arbeiten die Motoren als Generatoren. Bei jedem raschen Stopp sprang der Strom im DC-Zwischenkreis an, überforderte das BMS und schaltete es ab. Die zurückgespeiste Energie konnte danach nirgends mehr hinfliessen, die Zwischenkreisspannung stieg sprunghaft - und diese Spannungsspitze beschädigte die Elektronik der Motorsteuerung.
Aufschlussreich war, wann das geschah: ausschliesslich beim Notablass, der schneller läuft als die normale Liftgeschwindigkeit. Einzelne Betreiber hatten den Lift also zweckentfremdet, um Zeit zu sparen.
Behoben wurde das mit einem Bremschopper aus unserem Portfolio, angepasst an die Anforderungen des Kunden: eine kleine Leiterplatte, welche die Zwischenkreisspannung überwacht, und ein Leistungswiderstand, der die überschüssige Energie sicher als Wärme an die Umgebung abgibt.
Das Retrofit liess sich vor Ort mit Standardwerkzeug einbauen - vier Schrauben und zwei Drähte.
Was dabei herauskam
Die Probleme am Lift konnten effektiv identifiziert und zeitnah ohne Auswirkungen auf die Kunden behoben werden.
Das verhinderte teure Folgekosten durch Garantie- und Serviceabwicklung.
Der exzellente Ruf der Firma gegenüber ihren Kunden wurde bestätigt.
Der hier eingesetzte Bremschopper ist heute als universelles Produkt erhältlich - dieselbe Schutzfunktion, ohne dass jede Maschine dafür neu entwickelt werden muss.
HighStep Systems AG, Schweiz
HighStep Systems entwickelt schienenbasierte Steigschutzsysteme und Absturzsicherungen. Sie sind der Erfinder des ersten Kletterlifts - vorstellbar als eine Mischung aus Segway und Zahnradbahn - für den sicheren, effizienten und ergonomischen Zugang zu schwer erreichbaren Arbeitsplätzen in Höhen und Tiefen.
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